Prüfungsformate neu denken, um Lernen sichtbar zu machen

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Oberstufe und Abitur weiterentwickeln können, damit die Potenziale von Schülerinnen und Schülern besser sichtbar werden. Jörg Droste, Schulleiter des Einstein Gymnasiums in Rheda Wiedenbrück und stellvertretender Vorsitzender der Initiative Flexible Oberstufe, beschreibt auf dem Deutschen Schulleitungskongress die Grenzen bestehender Prüfungsformate und den Bedarf an strukturellen Veränderungen.

Ausgangspunkt ist die schulische Praxis, in der Lernende deutlich mehr leisten können, als aktuelle Oberstufenstrukturen abbilden. Mehr Freiheit im Lernen wird dabei immer mit Verantwortung und professioneller Begleitung verbunden. Ziel ist es, fachliche Grundlagen zu sichern und zugleich Räume zu schaffen, in denen Talente, Interessen und überfachliche Kompetenzen sichtbar werden.

Abitur weiterentwickeln

Veränderte Prüfungsformate sind ein Schlüssel, um Lernen ganzheitlicher zu gestalten und schulische Entwicklung wirksam anzustoßen.

Drei wichtigste Erkenntnisse aus dem Gespräch

Freiheit braucht Verantwortung
Erweiterte Lernspielräume fördern eine intensivere Auseinandersetzung mit eigenen Stärken, Schwächen und fachlichen Inhalten, wenn sie von klarer Verantwortung und Begleitung getragen werden.

Prüfungen steuern Unterricht
Solange Prüfungsformate unverändert bleiben, verändert sich auch der Unterricht nur begrenzt. Erst neue oder erweiterte Prüfungsformate eröffnen nachhaltige Entwicklung. .

Spielräume existieren bereits
Bestehende Vorgaben bieten rechtssichere Möglichkeiten für freiere Lernphasen und alternative Formate, etwa über Projekt oder Facharbeiten, die schrittweise genutzt werden können.