Schulentwicklung beginnt mit Haltung, nicht mit Technik

In herausfordernden Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz rückt die Frage nach einer tragfähigen schulischen Vision in den Mittelpunkt. Thomas Ferber, Leiter der Richtsberg Gesamtschule in Marburg und Fortbildner für Schultransformation, beschreibt einen umfassenden Entwicklungsprozess hin zu einer lernraum und beteiligungsorientierten Schule. Deutlich wird, dass nachhaltige Veränderung weniger durch Technik als durch Haltung, Strukturen und Führungskultur entsteht.

Die Transformation der Schule folgt einem adaptiv evolutionären Ansatz, der Planung und Offenheit miteinander verbindet. Lernräume, Zeitstrukturen und Organisationsformen wurden grundlegend verändert, ohne den Anspruch vollständiger Steuerbarkeit. Fehlerkultur, schrittweises Vorgehen und das bewusste Abschaffen nicht tragfähiger Lösungen sind zentrale Bestandteile dieses Weges.

Mut zur Konsequenz

Nachhaltige Schulentwicklung entsteht durch klare Haltungen, geteilte Verantwortung und den Mut, Gewohntes hinter sich zu lassen.

Drei wichtigste Erkenntnisse aus dem Gespräch

Räume prägen Lernen
Die Auflösung klassischer Klassenräume zugunsten von Lernlandschaften verändert Unterricht grundlegend und unterstützt selbstständiges Arbeiten der Schülerinnen und Schüler.

Partizipation braucht Machtabgabe
Schulentwicklung gelingt dort, wo Verantwortung auf viele Schultern verteilt wird und Führung partizipativ organisiert ist.

Nicht alle bleiben
Der Anspruch, alle Beteiligten mitzunehmen, blockiert Entwicklung. Klare Entscheidungen ermöglichen Fortschritt, auch wenn nicht alle diesen Weg mitgehen.